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Enthüllung des Schildes am 7.September 2002

Siegerentwürfe
Die engere Auswahl der Entwürfe


Der Siegerentwurf

Preisträger
Die Preisträger

Preise
Die Preise

Gewinnerinnen
Die Gewinnerinnen des Wettbewerbes für die
Gestaltung des Caligariplatzes

 

 

Projekt Caligariplatz

Das Projekt Seit dem 17. Juni 2002 heißt die Fläche vor der Brotfabrik "Caligariplatz" und im Frühling 2004 soll die Neugestaltung des Platzes durchgeführt werden. Beide Caligariplatz-Projekte sind Initiativen des Kulturzentrums Brotfabrik.

Es war eine jener Ideen, die am Küchentisch bei einem Glas Wein ihren Ursprung fanden. Die bis dahin namenlose Fläche, der Schnittpunkt zwischen der Heinersdorfer Strasse und der Prenzlauer Promenade, sollte in Anlehnung an die Figur aus dem berühmten expressionistischen Film von Robert Wiene ("Das Cabinet des Dr. Caligari") aber auch in Erinnerung an die Weissenseer Filmindustrie, die in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts ihre Blüte hatte, benannt und neu gestaltet werden. Das Anliegen war und ist es, an die film- bzw. stadtgeschichtliche Tradition anzuknüpfen und auf diese öffentlich hinzuweisen, denn am historischen Ort erinnert sonst kaum etwas an die einstige Bedeutung Weissensees als Filmstadt.


Die Platzbenennung

Am 2. Januar 2001 stellten die Initiatoren, der "Glashaus Verein der Nutzer der Brotfabrik e.V.", beim Bezirksamt Pankow von Berlin offiziell den Antrag, die Fläche vor der Brotfabrik in Caligariplatz zu benennen.
Bis zu einer positiven Entscheidung wurde regelmässig auf den Filmklassiker und das Anliegen hingewiesen. So kam bereits im Rahmen der letzten "Langen Nacht der Museen" eine Live-Vertonung des Stummfilms durch Martin Stahlke (Gitarre) zur Aufführung und im November eine weitere Variante durch das Essener Ensemble "interzone perceptible". Ausserdem wurde auf der Schat(t)ulle der Performerinnen Astrid Pohland und Crosby McCloy der Film Anwohnern, Freunden und Politikern bei winterlicher Kälte, angewärmt durch Feuerkorb und Glühwein, gezeigt.
Im März 2002 wurden die Initiatoren zu einer Sitzung des Kulturausschusses der BVV von Pankow Berlin eingeladen, in der das Projekt vorgestellt und
anschliessend einstimmig angenommen wurde. Die beabsichtigte Benennung des Platzes wurde ins Amtsblatt gestellt, und nachdem am 17. Juni 2002 die Frist für mögliche Einsprüche ungenutzt abgelaufen war, hatte der Platz seinen Namen.
An eben diesem 17. Juni kam es wegen Abwesenheit des zuständigen Bezirkstadtrates nur zu einer symbolischen Benennung, durch die Jugendstadträtin Frau Christine Keil. Am 22. Juni wurde auf dem Caligariplatz der Film "Das Cabinet des Doktor Caligari" auf einer Wasserleinwand vor über 250 Besuchern gezeigt.
Erst am 7. September fand dann die offizielle Feier mit dem Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung Martin Federlein statt, während der die fünf Strassenschilder enthüllt wurden. Wegen einer Haushaltssperre des Senats konnte das Geld für Pfahl und Schild nicht termingerecht aufgebracht werden. Die Schilder wurden daher von dem Unternehmer Dirk Stettner gespendet.


Die Gestaltung


Mit der Namengebung sollte auch das Antlitz des Platzes geändert werden. Die derzeitige Gestaltung entsprach nicht der Funktion eines klassischen Stadtplatzes. Eine Umgestaltung sollte den Caligariplatz zu einem multifunktionalen Ort, einen lebenswerten urbanen Platz und zum Tor zur Gustav-Adolf-Strasse werden lassen. Dazu initiierte der Glashaus e.V. eine Bürgerbewegung, in deren Rahmen sich Anwohner sowie Markt- und Gewerbetreiber einbringen konnten. Für die Gestaltung wurden verschiedene Universitäten, Hochschulen, Künstler und Künstlerinnen angeschrieben.
Interesse und Bereitschaft an der Mitarbeit hatten die Kunsthochschulen Berlin Weissensee sowie die Technische Universität Dresden, die UdK Berlin, das Architekturbüro Civitas und die WALL AG signalisiert. Es wurden insgesamt 42 verschiedene Entwürfe eingereicht, diese vom 7. bis 21. September 2001 im ehemaligen Kino Delphi ausgestellt wurden konnten. Zur Eröffnung der Ausstellung wurde der Film "Das Cabinet des Dr. Caligari" mit Klavierbegleitung auf die Leinwand des seit 1959 nicht mehr bespielten Filmkunsthaus "Delphi" gebracht. Eine fachkundige Jury, bestehend aus Vertretern des Pankower Tiefbauamtes, des Amt für Natur und Umwelt, einer Weissenseer Künstlerin, drei Architekten und dem Geschäftsführer der Brotfabrik, prämierten am 8. November 2002 sieben der eingereichten Arbeiten. Die ausgewählten Arbeiten überzeugten nicht nur in gestalterischer Hinsicht, sie ermöglichten auch eine barrierefreie Nutzung des Platzes. Denn der Wochenmarkt soll bleiben und der Platz sollte weiterhin für Veranstaltungen genutzt werden können.
In einer zweiten Runde im Januar 2003 hat sich die Jury für die Idee von Susann Becker und Kerstin Gehring entschieden. Inspiriert von der expressionistischen Ästhetik des Caligarifilms besteht die Platzgestaltung der beiden Studentinnen der Technischen Universität Dresden vor allem aus einem verzerrten Schachbrettmuster. Das Netz aus sich kreuzenden Linien bezieht nicht nur den Schwung des Platzes mit ein, sondern führt auch direkt auf die Brotfabrik zu. Die Fläche soll mit zwei verschiedenen farbigen Steinen flächengestaltet werden. Weitere von den Schülerinnen ausgearbeitete Ideen (z.B. vereinzelt auf die Felder angepasste Sitzbänke und Blumentöpfe, Fahrradständer, passende Lichtgestaltung) wurden aus der Gestaltungsidee gestrichen. Im Frühling 2004 ist es soweit: Dann bekommt der Caligariplatz im Rahmen der Umbaumassnahmen der Prenzlauer Promenade sein neues Antlitz.


Lebensläufe der beiden Gestalterinnen

Susann Becker;
Als Susann Becker in Dresden geboren und aufgewachsen, bin ich auch während des Studiums meiner Stadt treu geblieben. Nach Beendigung meines Abiturs im Jahr 2000 absolvierte ich ein freiwilliges ökologisches Jahr bei der fäa e.V. In diesem Jahr entschied ich mich für die Studienrichtung Landschaftsarchitektur an der Technischen Universität in Dresden. Im Rahmen des zweiten Semesterprojektes nahmen wir erfolgreich an dem Wettbewerb für die Gestaltung des Caligariplatzes teil. Die Chance bereits im zweiten Semester an einem Wettbewerb teilnehmen zu können, begeisterte uns.

Kerstin Gehring;
Am 5.11.1979 in einer Kleinstadt in Bayern geboren und aufgewachsen, zog mich das Studium der Landschaftsarchitektur nach Dresden, wo ich im Herbst 2001 das Studium aufnahm.